Pressemeldungen
EROTISCHES IM NÜRNBERGER MUSEUM

Den kalten Wintern in den unzureichend geheizten mittelalterlichen Burgen begegnete man mit Holzvertäfelungen und allerlei wärmendem Wandschmuck. Tapisserien dienten darüber hinaus, ähnlich wie Wandmalereien, der festlichen Ausschmückung weltlicher und sakraler Räumlichkeiten. Der sogenannte „Spieleteppich“ (abgeleitet von dem Titel „der Liebe Spiel“) dürfte ausschließlich in ersteren Verwendung gefunden haben...

 

Der Wandteppich mit seinen erotisch aufgeladenen Darstellungen aus der Minneliteratur gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der deut­schen Textilkunst um 1400. Seit seiner Erwerbung 1857 gilt er als eines der Hauptwerke des Germanischen Nationalmuseums, konnte aber aufgrund seines gefährdeten Erhaltungszustandes knapp 30 Jahre lang nicht mehr gezeigt werden, und bildet nun den Höhepunkt der Sammlung Mittelalter im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Das Bildprogramm kleidet die Beziehung von Mann und Frau, ein variantenreiches Thema der mittelalterlichen Minnedichtung, in Spielszenen. Erotik und Sexualität spielen dabei eine zentrale Rolle. Fangen, Stoßen, Reiten, Fesseln und intime Berührungen kennzeichnen das Tun im Umfeld der Minneburg, während Spruchbänder das Geschehen erläutern.

 

Die Ausstellung führt in die Bildwelt ein und dokumentiert die ausgesprochen aufwändigen Restaurierungsarbeiten, die über zwei Jahre Zeit in Anspruch nahmen. Im Herbst 2008 veranstaltet das Germanische Nationalmuseum darüber hinaus eine internationale Tagung, die den Teppich im Kontext profaner Wanddekoration um 1400 diskutiert.

 

 

Sonderausstellung vom 8. Mai bis 9. November 2008

Germanisches Nationalmuseum |  Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg  | Tel. ++49-911-1331-0 |
Di - So 10-18 Uhr  |  Mi bis 21 Uhr  | 

Mo geschlossen.
Eintritt 6 €


Führungen durch die Ausstellung jeweils Mi, 18.30 Uhr sowie So und Feiertage 14.30 Uhr.


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