Pressemeldungen
Antike Textilien in München

Dirndl, Truhen, Edelweiss – Die Volkskunst der Brüder Wallach


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[Volkskunst Bayern antik] „Dirndl, Truhen, Edelweiss – Die Volkskunst der Brüder Wallach“ erzählt, wie die beiden aus Westfalen stammenden Brüder Moritz und Julius Wallach mit ihrem im Jahr 1900 gegründeten „Volkskunsthaus“ zu den prägenden Mitbegründern einer Volkskunst-Mode wurden. Mit ihren Verkaufsräumen in der Münchner Residenzstrasse und dem angeschlossenen Volkskunstmuseum wurde „Wallach“ zu dem Synonym bayerischen Wohn- und Kleidungsstils. Der Anfang jedoch war profan – 1905 schneiderten die Brüder Wallach ihr erstes Dirndl aus Seide und sorgten damit beim schon immer prestige- und zugleich traditionsbewußten Münchner Bürgertum für Aufsehen. Fünf Jahre später erfolgte nach der unentgeltlichen Einkleidung des gesamten Oktoberfestzugs die Ernennung zum königlich-bayerischen Hoflieferanten. Die alten Musterbücher und Trachten werden heute als textile Antiquitäten gewertet und die Ausstellung in München mit Spannung erwartet.

Neben der Dauerausstellung widmet sich das Jüdische Museum im ersten Jahr seiner Ausstellungstätigkeit einer Kernaufgabe von Museen: dem Sammeln. Auf der Suche nach Geschichte und Tradition des Sammelns in München befasst sich der Ausstellungsreigen mit Judaica-Beständen in den großen Sammlungen sowie mit Sammlerpersšnlichkeiten in München. Dabei wird immer ein anderer Aspekt des Sammelns in den Mittelpunkt gerückt: fürstliches und bürgerliches Sammeln, Sammeln und Heimat, Sammeln als Beruf, An- und Enteignung. Namen wie Alfred Pringsheim, Heinrich Feuchtwanger, Otto Bernheimer und Heinrich Thannhauser oder auch zeitgenössische Sammler und Künstler begleiten die Besucherinnen und Besucher durchein Stück jüdische Geschichte in München.

Die Ausstellung mit zahlreichen Leihgaben, vor allem von in den USA lebenden Nachfahren, verfolgt den Lebensweg der Gründer, ihre Verbundenheit mit Königshaus und Künstlern, aber auch Arisierung, Emigration und den erfolgreichen Wiederaufbau des Hauses nach 1945. Moritz und Julius Wallach haben sich mit ihrem bis vor kurzem existierendem „Haus für Volkskunst und Tracht“ weit über die Stadtgrenze Münchens hinaus einen Namen gemacht. Die westfälischen Kaufleute trugen eine umfassende Sammlung europäischer Volkskunst zusammen und präsentierten sie in einem „Volkskunsthaus“,das in den 1920ern zu Münchens Sehenswürdigkeiten gehörte. Vor allem mit Stoffdrucken aus eigener Fabrikation entwickelten sie einen unverwechselbaren Stil. Ihre Dirndl wurden im Zuge der Begeisterung für die Operette „Im Weißen Rössl“ ab 1930 weltbekannt, die Familienangehörigen waren jedoch gezwungen NSDeutschland zu verlassen. Die Ausstellung fragt nach den Firmengründern, ihren Unternehmen und ihrer Sammelleidenschaft. Sie präsentiert Volkskunst, Möbel, Wallach-Drucke und Kleider, Persönliches und Geschäftliches aus dem Familiennachlass in den USA, dem Firmennachlass und dem Besitz ehemaliger Kunden.





Bild-Info  | Dirndl, Truhen, Edelweiss – Die Volkskunst der Brüder Wallach
Die Abbildung zeigt alte Musterbücher

noch bis zum 30.12.2007!
Jüdisches Museum München  |  St.-Jakobs-Platz 16
80331 München  |  Tel. 089 / 233-96096
Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr
Eintritt € 6,-
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