Pressemeldungen
Antiquitäten in Bayern

KRIPPENAUSSTELLUNG OBERAMMERGAU


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(Antik-Guide München) Zur Weihnachtszeit gewinnt 'Antikes' in Form von sakralen Objekten, Klosterarbeiten und natürlich den unvergleichlichen Krippen an Bedeutung. Viele Familien blicken auf eine lange Tradition von Krippen zurück, die zu diesem Anlass herausgeräumt und bewundert werden. In Oberammergau weist der blaue Türbogen im Erdgeschoss des Museums in die Welt des 'gefrorenes Theaters', den Krippenraum – auch hier dürfen die unvergleichlichen Krippenarbeiten bewundert werden. Da sich  alpenländische Volkskunst, darunter eben auch viele Sakralarbeiten, zunehmender Beliebtheit erfreut, dürfte ein Besuch hier im Museum Wissen vermitteln, dass an anderer Stelle gut eingesetzt werden kann. Antiquitäten in Bayern spielerisch erfasst ...

Neben der großen historischen Kirchenkrippe wird hier eine kleine Auswahl des breiten Spektrums der Oberammergauer Krippen ausgestellt. Darunter befinden sich Exponate, die schon 1910 bei der Eröffnung des Museums im Speicher aufgestellt waren. Dazu kommen Krippen, die erst seit der Neuaufstellung 1962 durch den Münchner Krippenspezialisten Wilhelm Döderlein im Museum gezeigt werden, sowie Krippen, die danach in das Museum gelangten. In jährlichen weihnachtlichen Sonderausstellungen werden auch andere Krippen aus dem Museumsbesitz gezeigt. Wenn man den Krippenraum betritt, fällt auf der rechten Seite sofort die große Oberammergauer Kirchenkrippe mit der Hochzeit von Kanaan, dem Königszug und der Weihnachtskrippe auf. Für die 1742 fertiggestellte Oberammergauer Pfarrkirche St. Peter und Paul schufen die Schnitzer des Dorfes in einem Zeitraum von etwa 100 Jahren eine Kirchenkrippe. Anders als damals üblich war sie kein Auftragswerk, sondern die Figuren sind von Schnitzern und Verlegern aus Frömmigkeit und Gemeinsinn geschaffen und gestiftet worden. Die ältesten Figuren stammen noch aus dem 18. Jahrhundert, die Mehrzahl aber wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt. Die letzte große Erweiterung fand um 1860 mit der Szene der Hochzeit von Kanaan statt. Damit war die Krippe auf etwa 200 Figuren angewachsen und bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine bekannte Sehenswürdigkeit geworden. Zusätzlich zeigt das Oberammergau Museum jedes Jahr vom 1. Adventswochenende bis Maria Lichtmess (am 2. Februar) im Dachgeschoss die Jahres- und Krippenausstellung des St. Lukas Vereins der Oberammergauer Holzbildhauer und Kunsthandwerker.

Papierkrippen waren im 18. und frühen 19. Jahrhundert in Süddeutschland sehr beliebt, da sie schnelle und umfangreiche Verwandlungen zuließen. Mit Teilen einer farbkräftigen, detailreich ausgeführte Papierkrippe von Georg Haller (1770-1838) aus Tirol konnte übrigens Antiquitätenhändler Roderich Pachmann auf der diesjährigen '77. Kunst & Antiquitäten München', Bayerns ältester regionaler Antiquitätenmesse, überzeugen. In Oberammergau hat sich nur der bekannte Lüftlmaler Franz Seraph Zwinck (1748-1792) mit der Herstellung von Papierkrippen beschäftigt. Die große Papierkrippe mit der Anbetung der Hirten und der Heiligen Drei Könige gehört zu derselben, nach 1770 entstandenen Jahreskrippe, wie die vier Szenen: Jesus am Ölberg, die Kreuztragung, Golgotha und die Auferstehung Christi im übernächsten Kasten.

Bild-Info
| Krippen-Szene der Hochzeit von Kanaan |  um 1860
© Oberammergau Museum


1. Adventswochenende bis 4. Februar und 30. März bis 28. Oktober
Oberammergau Museum | Dorfstraße 8  |Tel: +49 (0) 8822 / 9 41 36
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr  |  Montags geschlossen
Eintritt 4 €, Kinder 1 €
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