Pressemeldungen
Abstrakte Kunst vom Chiemsee

Retrospektive Rupprecht Geiger


Left Image

(antik-guide) Einer der bedeutendsten Künstler abstrakter Kunst kommt aus dem Münchner Umland vom Chiemsee. Für die Interessierten unter den Antik-Guide-Leser dürften die alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungen im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers ein Begriff sein – demnächst unter 'Streifzüge und Landpartien' mehr zu Ruppert Geiger.  Die Ausstellung begleitet das soeben erschienene Werkverzeichnis der Druckgrafiken von Rupprecht Geiger, bearbeitet von seiner Tochter Julia Geiger.

Wie nur wenige andere Künstler konnte Rupprecht Geiger mit unglaublicher Kontinuität sein Werk über den langen Zeitraum von sieben Jahrzehnte entwickeln, seit den frühen 40er Jahren bis heute. Seine Bilder der weiten Landschaft Russlands (ab 1942) werden beherrscht von den starken Farben hoher Himmel über tief liegendem Land. Bildformate unregelmäßiger Geometrie, wie sie später als „shaped canvases“ in Amerika „entdeckt“ werden, mit abstrakten Formen folgen ab 1947. In den 50er Jahren entfaltet Geiger gegenstandsfreie Farbraumdarstellungen, aus denen um 1957 Bilder werden, in denen vor nahezu monochromer, nur leicht modellierter Fläche schwebende Formen – Rechtecke und gedrückte Kreise sich abheben. Das bereits in den 50er Jahren betont auftretende Rot wird in den 60er Jahren zur dominanten Farbe neben Blau in großformatigen Gemälden. Ab 1967 beherrscht die Form des gedrückten Kreise die Bilder Geigers, die er bis Mitte der 70er Jahre durch leuchtend, körperlos erscheinende Rechtecke ablöst. Die gesprühte Farbe verstärkt den Eindruck des Immateriellen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist Geiger mit der Farbe Rot „identisch“ geworden. In den 80er Jahren dekliniert Rupprecht Geiger dann Rot unter dem Motto „Farbe ist Element“ wieder stärker im Sinn eines materialen Farbauftrages in all ihren Möglichkeiten und Gegensätzen durch. Die 90er Jahre kennzeichnen Bilder von ungewöhnlichen Formaten in vielfältigen Kombinationen unterschiedlicher Geometrien. So entstanden als sein Beitrag für die Biennale in Sao Paulo 2001 vier großformatige Werke, gleichsam als Summe seiner Malerei dieser Jahre. Hier wird schon sichtbar, dass sich Geiger in den letzten Jahren überwiegend mit Collagen befasste, das heißt mit der Kombinatorik unterschiedlicher Formen und Materialien, wobei seine Vorliebe für die Farbe Rot beherrschendes Motiv bleibt. Unsere Ausstellung möchte auf zwei Stockwerken durch eine exemplarische Werkauswahl diesen künstlerischen Lebensweg nachzeichnen.



Bild-Info  |  Rupprecht Geiger  ‘Neues Rot für Gorbatschow‘ |  1989
Rauminstallation im Lenbachhaus  |  Acryl auf Leinwand  | 190 x 390 cm  | 150 x 165 cm
15. Dezember 2007 bis 30. März 2008
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33 / 80333 München
Geführte Bustour zu Arbeiten Rupprecht Geigers im öffentlichen Raum und Kunst am Bau
jeden Samstag, 13 Uhr |  ca. 2 Std. |  2 €, zu entrichten an der Kasse im Lenbachhaus
Anmeldung unbedingt erforderlich unter 089-233 32029
Kostenlose Führung in der Ausstellung jeden Samstag, 11 Uhr
Archive | Newsletter | Leser Interview
optimiert für: firefox (download) | 1024 x 768