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Alte Meister in Bayern - Rubens kehrt zurück

Flämische Barockmalerei in der Staatsgalerie Neuburg


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[Antiquitätenbücher Alte Kunst im ANTIK-GUIDE München] Das neu renovierte Schloss Neuburg inmitten der wunderbar erhaltenen Altstadt über der Donau bildet den historischen Rahmen für die Bayerische Landesausstellung, die mit hochwertigen Leihgaben aus Europa und beeindruckenden Inszenierungen Jahrhunderte bayerischer Geschichte beleuchten wird. Mit fast 160 Meisterwerken aus der Zeit von Peter Paul Rubens zeigt die neue Staatsgalerie ein eindrucksvolles Bild der flämischen Schule und präsentiert im Westtrakt des neu restaurierten Schlosses charakteristische Werke aller Gattungen von der Historien- und Landschaftsmalerei über das Porträtfach bis hin zu Genreszenen und Stillleben. Zentraler Angelpunkt der Sammlung sind die zwei Altarbilder von Peter Paul Rubens, die Rubens ab 1616 im Auftrag des Herzogs Wolfgang Wilhelm für die Neuburger Hofkirchen geschaffen hat. Die Altarbilder werden ergänzt von Bildern der beiden wichtigsten Mitarbeiter Rubens: Jacob Jordaens und Anthonis van Dyck. Ausserdem zu sehen Gemälde von David Teniers d. J., Jan Brueghel d. J. und Hendrik van Balen.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen über die größte Sammlung der Schule der flämischen Barockmalerei. 170 Meisterwerke sind in der Alten Pinakothek ausgestellt, die mit der weltberühmten Rubens-Sammlung einen Schwerpunkt der Galerie bilden. Der außerordentliche Reichtum ist vor allem zwei leidenschaftlichen Sammlern aus dem Hause Wittelsbach vom Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts zu verdanken: Kurfürst Max Emmanuel von Bayern in München und Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, der auch in Düsseldorf residierte. Bereits dessen Großvater Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg hatte Altarbilder für die Hofkirche in Neuburg bei Peter Paul Rubens direkt bestellt: Das „Große Jüngste Gericht“ für den Hauptaltar, sowie für die Seitenaltäre „Anbetung der Hirten“ und „Ausgießung des Heiligen Geistes“. Während das „Große Jüngste Gericht“ stets zum festen Bestand der Alten Pinakothek gehörte, blieben die Seitenaltarbilder seit dem Zweiten Weltkrieg der Öffentlichkeit weitgehend im Depot verborgen – ebenso wie viele der Werke anderer flämischer Meister.

Die beiden anderen – neben Rubens – herausragenden Antwerpener Maler waren Anthonis van Dyck und Jacob Jordaens. Beide arbeiteten in jungen Jahren in Rubens´ Werkstatt, entwickelten dann aber einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der in repräsentativen Beispielen von Historienbildern und Portraits sichtbar wird. In Antwerpen wurden sämtliche Gattungen der Malerei gepflegt: Historie, Portrait, Landschaft, Stilleben, Jagdstücke und Genre. Sie alle kommen in wichtigen Beispielen von den jeweils besten Vertretern ihres Faches zur Geltung. Genannt seien nur Hendrik van Belen, Jan Cossiers, Frank Francken der Jüngere, Frans Snyders, David Teniers, Paul de Vos oder Jan Wildens. Heute noch außerordentlich beliebt ist Jan Brueghel der Ältere, Sohn des „Bauernbrueghel“, von dem kleine, aber kostbare Kupfertafeln mit unübertrefflichen Landschaften zur Auswahl gehören, ebenso wie seine großartige Jahreszeitenallegorie von 1616. Gegenüber diesen in Antwerpen und weitgehend im Umkreis von Rubens entstandenen Bildern steht eine Gruppe französisch beeinflusster Werke der Lütticher Schule, von der die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die größte Sammlung überhaupt besitzen. Herausragende großformatige Bilder, vor allem des führenden Malers Gérard Douffet, werden seit Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich zugänglich gemacht, darunter sein 1627 datiertes Hauptwerk „Papst Nikolaus V. am Grab des Heiligen Franz von Assisi“ und “Kaiserin Helena lässt das Kreuz erhöhen“ aus dem Jahr 1624. Etwa ein Drittel der für Neuburg getroffenen Auswahl gehörte vor dem Krieg zur ständigen Präsentation der Alten Pinakothek, andere befanden sich in Filialgalerien.


Bild-Info  |  © Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Ständige Ausstellung
Schlossverwaltung Neuburg  | Residenzstraße 2  |
86633 Neuburg  |  Telefon (0 84 31) 64 43-0
April-September 9-18 Uhr  |  Oktober-März 10-16 Uhr  |  Montags geschlossen
Eintritt € 5,-
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